Himalayan Adventure – über 5000 Meter in der Höhe

Auf dem Gokyo Ri

Vor 1,5 Jahren bin ich auf einen Vulkan in Chile gestiegen und habe das als absolute Grenzerfahrung empfunden. Im Frühling dieses Jahres war ich mit Michael 3,5 Wochen in Nepal – ca. 2,5 Wochen davon im nepalesischen Himalaya-Gebirge. Dort habe ich erlebt, dass noch so viel mehr geht, wenn man nur will.

Ich hätte nie gedacht, dass ich diese Tour wirklich schaffe, denn sie ist definitiv eine sportliche Herausforderung. Aber das ist nicht alles: Man kann nie wissen, wie der Körper auf die Höhe reagiert (unser höchster Punkt war bei 5550m) und auch die hygienischen Verhältnisse vor Ort verlangen den Abwehrkräften einiges ab. Dazu kommt die Kälte. Nachts schläft man bei ca. 0 Grad Celsius in nicht-isolierten Lodges in warmen Schlafsäcken. Eine warme Dusche, ein geheizter Raum, heißes Wasser zum Wäsche waschen: Das alles ist seltener Luxus auf der Bergtour.

So oft habe ich gehört, dass ich verrückt sei, mich all diesen Strapazen auszusetzen. Und ja, ein wenig verrückt ist das auch. Ich habe mich zwischendurch immer wieder verflucht, mich auf so etwas einzulassen und es gab viele Momente, in denen ich am liebsten alles hingeschmissen hätte. Aber gleichzeitig war das Himalaya-Gebirge so ziemlich das Beeindruckendste, was ich jemals gesehen habe.

Die höchsten Berge der Welt zu sehen und dabei mit dem Menschen zusammen zu sein, der einem am meisten bedeutet, das ist ein Geschenk. Dieses Gefühl „Wir zwei zusammen gegen den Rest der Welt“, die absolute Sicherheit, sich hundertprozentig auf den anderen verlassen zu können, aufeinander aufzupassen und sich so nah zu sein wie es im Alltag selten möglich ist, das ist besonders. Eine Reise nach Nepal, das bedeutet Besinnung auf sich, auf die Beziehung, auf das eigene Leben, auf die Schönheit der Natur und die wirklich wichtigen Dinge. Es bedeutet eine unendliche Ruhe, eine unfassbare Weite, eine Einfachheit, die jede Ablenkung verhindert. (Verzeiht mir ein wenig Kitsch, heute ist unser dritter Hochzeitstag.)

Atemberaubender Blick auf die höchsten Berge der Welt

Dick eingepackt einen atemberaubenden Blick auf die höchsten Berge der Welt genießen

Früh aufstehen, stundenlang laufen, zwischendurch immer wieder durch kleine Bergdörfer laufen und den kleinen nepalesischen Kindern zuwinken (die wirklich unfassbar niedlich sind). Weit und breit kein Auto, denn es gibt keine motorisierten Fortbewegungsmittel im Gebirge. Nur Esel, Yaks und Porter, die auf ihrem Rücken bis zu 100kg tagelang durch die Berge tragen. Denn leider ist auch die Armut immer wieder sichtbar. Mittags oder nachmittags das Tagesziel erreichen und dann noch ganz viel Zeit haben. Zeit zum Wäsche waschen wie in längst vergangenen Jahren, ein Stück Kuchen in der Dorfbäckerei zu essen, mit den Inhabern der Lodge über den Alltag der Sherpas quatschen (Sherpas sind übrigens nicht die Gepäckträger, sondern ein Volk, das im Himalaya lebt)…Oder auch zu lesen, andere Trekker kennenzulernen oder noch einen kleinen Spaziergang durch das kleine Dorf machen.

Ich kann unmöglich in einem Beitrag alles berichten, was ich in Nepal erlebt habe. Aber es war ein Wahnsinnserlebnis. Dieses Gefühl, wenn du zum ersten Mal den Mount Everest siehst. Wenn du mitten im Everest Base Camp stehst mit dem Wissen, dass hier die Expeditionen auf den höchsten Berg der Welt starten. Wenn du auf dem höchsten Punkt der Reise bist und für die Strecke auf den Berg eine Stunde weniger gebraucht hast als alle anderen Gruppen.

Der erste Blick auf den Everest...

Der erste Blick auf den Everest…

Das Everest Base Camp

Das Everest Base Camp

Everest Base Camp

Everest Base Camp

Ich habe unheimlich viel gelernt auf dieser Reise. Und ganz bewusst auch ein wenig gewartet, bis ich diesen Blogpost schreibe. Denn was ganz wunderbar ist: Die negativen Erinnerungen, die man zweifelsohne auch hat, verblassen immer mehr. Mittlerweile könnte ich mir fast vorstellen, wieder loszulaufen ;-)

Und ich durfte das alles sehen!

Und ich durfte das alles sehen!

Frühling im Gebirge

Frühling im Gebirge

Der Fluss begleitete uns ein langes Wegstück

Der Fluss begleitete uns ein langes Wegstück

Neu gewonnene nepalesische Freundinnen und Monjo

Neu gewonnene nepalesische Freundinnen und Monjo

Auf dem Weg nach Namche Bazaar

Auf dem Weg nach Namche Bazaar

Namche Bazaar

Namche Bazaar

Yak

Yak

Mit Blick auf den Everest: Everest View Hotel

Mit Blick auf den Everest: Everest View Hotel

Lodges in Tengboche

Lodges in Tengboche

Es hat über Nacht geschneit: Atemberaubender Blick in Tengboche!

Es hat über Nacht geschneit: Atemberaubender Blick in Tengboche!

Kloster in Tengboche

Kloster in Tengboche

Auf dem Weg nach Dzonghla

Auf dem Weg nach Dzonghla

Der Cho La Pass

Der Cho La Pass

Blick auf den Gokyo Lake

Blick auf den Gokyo Lake

Blick auf einen Gletscher

Blick auf einen Gletscher

 

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